Ich bin ein Loch sagt mein Psychologe… Aha…

Ich soll das Leben nicht wie eine Bierflasche sehen, sondern eher wie ein Loch in der Strasse. Das hat mir heut morgen mein Psychologe erzklärt… Häh??

Aber die Erklärung dahinter war nicht übel und deswegen gibts heut ein kleines philosophisches Wort zur Wochenmitte von mir 🙂

Straßenloch

Ich gehe seit einigen Monaten zu einem Psychologen weil einiges in meinem Leben nicht besonders Rund lief und ich einfach professionnelle Hilfe zu einigen Fragen wollte die ich mir regelmässig stelle. Ich mein wenn ein Auto ein Problem hat bringt man es ja schliesslich auch in die Werkstatt oder? Naja, schlechtes Beispiel da meine Autos noch nie eine Werkstatt von innen gesehen haben, ich mach alles selbst. Aber egal, ihr versteht was ich meine oder? Manchmal reicht die beste Freundin oder die Schwestern einfach nimmer aus.

Heut bin ich also zu meinem Psy und habe ihm gesagt dass ich keinen Sinn mehr in meinem Job sehe, als ob die 8 Stunden täglich meiner Kostbaren Zeit verloren wären. Kein schönes Gefühl wenn unsere Zeit hier auf Erden begrenzt ist…

Da meint er zu mir ich würde mich selbst und mein Leben zur Zeit wie eine Bierflasche betrachten (ich hab ihm heut eine Flasche selbstgebrautes Bier mitgebracht, daher wohl der Vergleich). Ich solle aber eher versuchen alles wie ein Strassenloch zu betrachten. Eine Bierflasche ist etwas materielles das wir anfassen können, das wir unmittelbar wahrnehmen weil es einfach DA ist. Ein Loch in einer Strasse aber sehen wir eigentlich nur, weil die Strasse an einer Stelle aufhört und ein Loch bildet. Das Loch an sich sieht man ja nicht, nur die Diskontinuität der Strasse. Wenn ich mein Leben betrachte sehe ich einen Job, ich sehe ein Gehalt am Ende des Monats, eine Beziehung, ein Haus etc… Und ich sage mir oft „ich muss dies und jenes machen damit ich dann meine Ruhe hab/glücklich bin/es mir besser geht etc“.

Anstatt sein eigenes Leben aber als Ansammlung materieller Dinge zu sehen kann man es auch als eine Art Fluss ansehen, eine Diskontinuität der Gesellschaft.

Ein Beispiel: Ich schneide mir beim Basteln in die Hand. Mit einer materiellen Denkweise würde ich sagen „Mist, ich hab mir die Hand aufgeschlitzt“. Ab ins Krankenhaus, da krieg ich nen Verband und fertig. Ich kann das aber auch anders sehen. Da ich mir die Hand aufgeschlitzt habe macht sich Guillaume, mein Schatzi, Sorgen, fährt mich ins Krankenhaus, erzählt mir dabei wie seine Schwester sich mal die Hand verletzt hat und seitdem eine Narbe trägt. Im Krankenhaus versorgt mich eine nette Krankenschwester die mir dann Bilder von ihrem Sohn zeigt wie er stolz einen Gips trägt weil er seinen ersten Backflip mit dem Fahrrad fast geschafft hätte etc… der Unterschied bei diesen beiden Ansichtsweisen liegt daran dass die erste nur das „Objekt“ verletzte Hand sieht. Die zweite Ansichtsweise sieht aber die verletzte Hand aufgrund ihres Einwirkens auf mein Umfeld, was etwas komplett anderes ist!

Dadurch gibt man dem Leben etwas zeitloses, denn das was zählt ist das Hier und Jetzt, das Leben selbst. Unser Selbst ist sozusagen die Diskontinuität des Lebens und den Platz den wir uns jeden Tag in der Welt schaffen. Man könnte sagen: Ich bin weil andere mich wahrnehmen. Eine schöne Philisophie um das Hier und Jetzt zu geniessen. Ich bin keine Bierflasche, ich bin ein Loch und stolz drauf!

Einen wunderschönen Tag euch allen!!

Bisous!

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