Meine Oster-Beschäftigung: Küchen-Ausbau (Teil 1)

Ich wohne inzwischen über 2 Jahre in Hamburg… mit einer improvisierten Küche. Nicht schön 😉…

Bevor ich in meine Wohnung einzog, war die Wohnung einmal grundsaniert worden, nachdem vor mir eine alte Frau über 30 Jahre in dieser Wohnung gelebt hatte. Alle alten Küchenmöbel, Geräte und Fließen waren ausgeräumt worden. Der Vermieter stattete die Wohnung mit den Basics in Form eines Herdes, einer Spüle, einem Ceranfeld und einer Arbeitsplatte aus. Es gab keine Regale, keine Küchenunterschränke, keinen Kühlschrank.

 

Nach meinem Einzug kaufte ich direkt einen schönen,  bordeaux-roten Kühlschrank im Retro-Schick. Als Unterschrank-Ersatz improvisierte ich mit Umzugskartons Regale. Damit könnte ich ganz gut überbrücken, bis ich mich an das Projekt „Küchen-Ausbau“ machen wollte.

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 7

Meine Küche vorher – linke Seite

 

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 6

Meine Küche vorher – rechts

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 9

Über die 2 Jahre schaute ich mir diverse Küchen an, keine gefiel mir jedoch genug, um die geschätzten € 10.000.- aufwärts für Küche und Aufbau zu investieren.

Küchen-Ausbau DIY

Mit IKEA aufgewachsen, beschloss ich, mir eine „Traumküche“  mit Hilfe des schwedischen Einrichtungshauses selbst zu bauen. Den Anfang machte ich mit Regalen, welche in meiner Küche die Oberschränke ersetzen sollten und mir leicht zugängliche Abstellfläche bereitstellen würde (oben auf dem mittleren Foto gut zu sehen). Mit Hilfe meiner Schwester Julia wurden aus nackten Wänden somit Teil 1 meine Küche.

Daraufhin kaufte ich, mit der Zeit und meinem knappen Budget entsprechend, IKEA-Küchen-Unterschränke mit mir gefallenden Fronten, welche ich (erneut provisorisch) unter die vom Vermieter verbaute Arbeitsplätze schob. Nun gut, das sah schon eher nach Küche aus und bot viel mehr Stauraum, aber einige Probleme blieben:

  • Die von Vermieter verbaute Arbeitsplatte saß für meine Körpergröße von 1,73 m zu niedrig. Sie reichte mir gerade mal knapp bis zum Hüftknochen. Längere Koch-Sessions führten zu Kreuzschmerzen. Ich wollte die Platte also unbedingt höher bringen.
  • Ein zweiter mich nervender Punkt war, dass die vom Vermieter eingebaute Spüle ganz links im Eck zwischen der Wand und einem kleinen Fallschacht eingebaut worden war (auf dem Foto oben rechts ganz hinten im dunklen Eck). Neben dem fehlenden Licht war zudem gerade in diesem Eck der eimzige Heizkörper der Küche angebracht, an welchen man mit den Oberschenkel/mit der Hüfte stieß, wenn man vor der Spüle stand. Will heißen beim Spülen an der schon (aufgrund der zu tief sitzenden Arbeitsplatte) tief hängenden Spüle stand ich zudem immer krumm wegen des störenden Heizkörpers. *nerv*
  • Habt ihr mal auf den Fotos auf die vom Vermieter gestellte Arbeitsplatte geachtet? Pressspan mit Marmor-Optik. Das ist mal so gar nicht mein Ding. Ich wollte lieber eine natürliche Holz-Arbeitsplatte.

Nach einiger Planung, Überlegungen, Verwerfen von Plänen und nochmals planen fasste ich folgende Umbauarbeiten ins Auge:

  • Die alte Arbeitsplatte fliegt raus. Nicht mein Style. Ich fand eine tolle Arbeitsplatte aus meinem Lieblingsmaterial: Bambus!
  • Die IKEA-Schränke werden auf höhere Füße gestellt, so dass die Platte höher kommt und ich beim Arbeiten in der Küche nicht mehr halb gebückt stehe.
  • Die Spüle wird aus dem Eck geholt und rechts des Vorsprungs gesetzt, d.h. 1/2 Meter weiter rechts. Heißt jedoch Umbau des Wasserzu- und -abflusses.
  • Zuletzt will ich die Unterschränke nach links vor das Fenster ums Eck ziehen, um mir mehr Stauraum zu schaffen sowie Arbeitsfläche vor dem Fenster.

Und das alles in Eigenregie und ohne Hilfe vom Profi – naja, ich hoffe es zumindest!

Wann? Über das lange Oster-Wochenende!  Das gibt mir 4 Tage zur Fertigstellung der Umbauarbeiten.

READY – STEADY – GO!

 

Donnerstag

Mit Hilfe meiner Guten Freundin Miny habe ich die 2 benötigten Bambus-Küchenarbeitsplatten besorgen und zu mir transportieren können. Was haben wir geflucht, bis die zwei je 25 kg schweren Monster bei mir im 2. Stock waren – zudem sie nicht einfach durch das doch sehr schmale Treppenhaus passten.

Tausend Dank, Miny! Du bist die Beste!!!

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 5

Was waren die schwer: Bambus-Küchenarbeitsplatten

 

Karfreitag

Nach einem morgendlichen Kaffee (zubereitet in der „alten“ Küche) machte ich mich ans Projekt „Küchen-Umbau“. Zuerst einmal verursachte ich schön viel Chaos, indem ich alle Flächen abräumte und alles Geschirr, Töpfe etc. aus den Schränken raus ins Wohnzimmer räumte. Meine Wohnung sieht jetzt aus wie reingebombt – hoffentlich nur vorübergehend.

Dann konnte ich mich an den Abbau der alten Küche machen. Die Arbeitsplatte war nur mit einigen Schrauben an den Unterschränken und der Wand verschraubt.

Bevor es weiter ging: Wasser abstellen. Der Haupthahn sollte irgendwo in der Nähe des Wasserzählers sein. Zudem unter der Spüle den kleinen Wasserhahn, der aus der Wand kommt, zuschrauben. Am besten dann mal den Wasserhahn aufdrehen, ob noch was kommt. Wir wollen doch nicht die Wohnung unter Wasser setzen, oder?

Etwas kniffeliger ging es weiter mit der Spüle, die an mehreren Stellen an die Arbeitsplatte angeschraubt war. An die Schrauben kam ich aufgrund des darunter eingebauten Boilers kaum dran. Aber irgendwann hatte ich auch die Spüle ausgebaut.

Nun ging es an das Wasserabfluss-Rohr. Das ging recht einfach. Sicherheitshalber sollte man einen Eimer für austretende Restwasser sowie einen Lappen bereit halten. By the way: Nach 2 Jahren normaler Nutzung ist ein Küchenabfluss echt ekelig. Ablagerungen,  Gestank, Gesiffe… igitt! Naja, das gehört dazu. Und wird ordentlich gereinigt, bevor ich den Abfluss wieder anmontiere.
Nun der Wasser-Zulauf. Zwar konnte ich den Schlauch zwischen Wasserleitung in der Wand lösen, jedoch bisher noch nicht die Schläuche zwischen Boiler und Mischbatterie. Bisher hängt die Mischbatterie somit noch am Boiler .. mit der alten 3,11 Meter langen alten Arbeitsplatte dazwischen. Da muss ich nochmal ran…

Zuletzt das Ceranfeld: Dieses ist meist nur in den Ausschnitt auf die Arbeitsplatte aufgelegt. Vorsichtig anheben (zum Lösen half mir eine flache Zange), dabei bitte die Drahtverbindung zum Ofen darunter nicht ausreißen. Das Ceranfeld stellte ich quer, um (endlich) die alte Arbeitsplatte lösen und abbauen zu können. Was für ein schweres und unhandliches Monstrum! Wie ich die nur in den Keller bekomme?

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 8

Nach einer Pause ging’s weiter: rechts neben den Herd konnte ich den ersten Unterschrank aufbauen. Dazu könnte ich den Schrank endlich auf die Füße setzen und auf eine angenehmere Arbeitshöhe bringen. Dabei bitte nicht vergessen, dass durch die Arbeitsplatte nochmal knapp 3 cm hinzu kommen. Mit den Schraubfüßen und mit Hilfe einer Wasserwaage den Unterschrank ins Wasser bringen. Wir wollen doch, dass alles schön gerade steht und danach nicht wackelt!

Direkt links daneben kam der Herd. Diesen beließ ich im vorhandenen Unterschrank, den ich mit etwas Improvisation und ein paar Holzklötzen auf die benötigte Höhe bockte. Da das Starkstrom-Anschlusskabel lang genug war, musste ich hier nicht dran, sondern könnte alles einfach nur nach rechts rücken. Falls das Kabel nicht lang genug ist: Arbeiten am Starkstrom-Anschlusskabel müssen unbedingt von einem Elektriker ausgeführt werden, hier besteht sonst Lebensgefahr!!!

Links vom Herd kamen zwei weitere Unterschränke hin. Dabei sägte ich Aussparungen in die Rückwände der Küchenschränke, falls es mir Steckdosen oder Kabelleitungen nicht erlaubten, die Küchenschränke ganz an die Rückwand zu schieben. Zudem brauche ich ein Loch in der linken Schrankwand,  durch welches ich Wasserzulauf und Wasseranlauf ziehen werde.

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 4

Zwischenstand nach Tag 1

Wiederum wurden alle Schränke einzeln und zum Nachbarschrank ins Wasser gebracht. Zudem sollte man einzelne Unterschränke miteinander verschrauben und mit der Wand verankern (Loch bohren, Dübel rein, Schraube rein). Da bei mir hinten die Fliesenfläche anschließt und ich nicht in die Fliesen bohren will, muss ich mir hier noch eine Lösung einfallen lassen.

Zuletzt schnappte ich mir eine der Bambus-Küchenarbeitsplatten und zeichnete den Ausschnitt für das Ceranfeld an. Vorsicht dabei: Wenn man die Maße der Ceranfeld – Oberfläche ausschneiden,  ist der Ausschnitt zu groß und das Ceranfeld fällt hindurch. Das Ceranfeld muss jeweils am Rand ca. 0,5 cm aufliegen. Falls man, wie ich, die alte Arbeitsplatte hat, kann man sich da an der Größe des Ausschnitts in der alten Platte orientieren.  Den Ausschnitt habe ich heute nicht mehr fertig gemacht, es wurde zu spät und ich wollte meine Nachbarn nach 18 Uhr nicht mehr mit lauten Säge-Geräuschen nerven – zudem heute Feiertag ist.

Aber für heute bin ich zufrieden. Sieht doch schon ganz gut aus!

Samstag

Weiter ging’s.

Im Chaos meiner Wohnung machte ich mir erstmal einen Kaffee – was für ein Abenteuer! Zuerst einen Topf suchen, dann die Sojamilch auf dem halb losen,  nicht in einer Arbeitsplatte verankerten Ceranfeld aufwärmen. Die Nespresso-Maschine steht natürlich (vorübergehend) auf dem Wohnzimmertisch. Also Tasse suchen,  Wassertank im Bad auffüllen (in der Küche gibt es ja noch kein fließend Wasser), Kapsel auf den Küchenregalen suchen, Kaffee im Wohnzimmer durchlaufen lassen, dann wieder in die Küche für die warme Milch. Dabei immer 2 neue 2,50 Meter- sowie eine alte 3,11 Meter-Arbeitsplatten umschiffen. Danach hatte ich mir den Kaffee wirklich verdient!

Nach dem Kaffee machte ich mich ans Abmontieren der alten Armatur von der alten Arbeitsplatte. Leider war ich da nicht allzu erfolgreich. Ich könnte die Zulaufschläuche partout nicht abdrehen, weder von der Mischbatterie, noch vom kleinen Boiler. Ich habe echt 1,5 Stunden alles probiert. Bis ich die Schn… voll hatte und beschloss, mir einen neuen Boiler und eine neue Mischbatterie zu kaufen.

Da ich auch noch Ersatzklingen für die Stichsäge benötigte, radelte ich mal kurz ins Bauhaus-Materialien und besorgte alle benötigten Teile.

Wieder zurück zu Hause legte ich los mit dem Ausschnitt in der neuen Bambus-Küchenarbeitsplatten,  in welchem das Ceranfeld versenkt werden soll. Also in allen 4 Ecken mit einem Holzbohrer ein Loch in die Platte bohren. Dadurch hat man Startpunkte für das Sägeblatt der Stichsäge. Dann möglichst gerade dem angezeichneten Strich folgend sägen. Im Prinzip nicht schwer…

… wenn man nicht so einen gehörigen Respekt hätte vor der Stichsäge!!! Und man gerade sägen könnte. Und man sich nicht durch eine vibrierende Platte aus der Fassung bringen lassen würde. Man also im Prinzip nicht Ich ist…

Feststellend,  dass mir die Stichsäge nicht geheuer ist, setzte ich sie nur für die Anfänge ein, sägte dann aber den Großteil mit einer Handsäge. Und das dauerte – nun ja – Stunden. Zudem werde ich im rechten Arm und der rechten Schulter morgen wohl einen höllischen Muskelkater haben.

Merke: Schoko-Ostereier morgen mit links essen. Der rechte Arm könnte unbrauchbar sein.

Nachdem ich den Ausschnitt in die Platte gesägt hatte, schaffte ich das Monstrum in die Küche, friemelte das Ceranfeld durch die Öffnung und legte die Platte das erste Mal an ihren Bestimmungsort. Oh sah das schon toll aus! Nur noch das Ceranfeld in die Öffnung legen und ich hätte wieder einen Teil geschafft.

Hätte – hätte – Fahrradkette!

Die ausgesägt Öffnung war zu klein! Es fehlt nicht viel, aber durch meinen ungeraden Säg-Stil passte das Ceranfeld nicht in die verdammte Öffnung!  Also nochmal ran mit der Säge. Schwierig, damit nur so wenig weg zu nehmen. Aber man kann ja improvisieren… mit Holzbohrer,  Schleifpapier & sonstigen Hilfsmitteln bekam ich schon einiges ab. Bis genau 18 Uhr. Danach wollte ich meine armen Nachbarn nicht weiter drangsalieren mit Bohr- und Sägegeräuschen.

Blog Sommergirls Kuechenumbau IKEA Bambus Arbeitsplatte Ostern 3

Die Platte sitzt – das Ceranfeld noch nicht

Fazit: Der heutige Tag war nur mäßig erfolgreich. Zwar sieht die Arbeitsplatte toll aus, doch sitzt das Ceranfeld immer noch nicht in der Öffnung. Für heute gebe ich (mit lahmen Arm) auf.

Morgen geht’s weiter! Aufgeben is‘ nich‘!

Schreibe einen Kommentar