BARF – wie mein Hund seine Allergien los wurde

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Jule, und ich möchte hier ein wenig über meinen Hund Paul und seine gesundheitlichen Probleme erzählen, und wie ich sie durch das Füttern mit biologisch, artgerechtem rohem Futter (B.A.R.F) weitesgehend in den Griff bekommen habe.

Sommergirls Paul Allergien

Aber erst einmal von Anfang an. Ich bekam Paul mit ca. 12 Wochen als Welpen. Er war wirklich ein kleiner süßer Mopsrüde. Ziemlich schnell bekam Paul allerdings durch die Fütterung mit normalem Welpen-Trockenfutter und Welpen-Nassfutter Durchfall, der zwar immer wieder durch Schohnkost in den Griff zu bekommen war, aber nach einiger Zeit erneut auftrat.

Der Tierarzt meinte damals, dass es daran länge, dass Paul die Großstadt und deren Keime und Parasiten nicht gewohnt sei. Da Paul mein erster Hund ist, wusste ich es nicht anders, und so vertraute ich dem Tierarzt. Noch dazu fiel mir auf, dass Paul an den Unterschenkeln, am Bauch, an der Brust, und auf der Stirn immer mehr Haare verlor, und an manchen Stellen richtig kahl wurde. Dazu konnte sich der Tierarzt aber keinen Reim machen, und mir genau sagen, was das Problem war.
Nachdem ich mehrmals beim Tierarzt wegen Durchfallgeschichten war, entschied ich mich, eine Kotprobe ins Labor zu schicken und diese untersuchen zu lassen. Dabei kam heraus, dass Paul nach Aussagen des Tierarztes zu wenig gute Darmbakterien hätte und deswegen das Futter meistens in flüssiger Form ausgeschieden werden würde.

Paul wurden Tropfen verschrieben, die über ein halbes Jahr zum Futter gegeben werden sollten, damit die Darmflora positiv beeinflusst werden würde. Diese Tropfen zeigten auch gute Wirkung und ich hatte auch das Gefühl, dass die Haare langsam wieder anfingen zu wachsen. Dies war aber ein Trugschluss.
Der Durchfall war zwar nicht mehr da, aber die Haare wuchsen nicht wieder neu nach.
Ich fragte den Tierarzt auch danach, ob mein Hund vielleicht futterallergisch reagiert, der Tierarzt verneinte meine Frage aber mit der Aussage: „Nein, das habe ich abgeklärt.“

Ich ging trotz immer wieder auftretenden Problemchen weiterhin zum gleichen Tierarzt, blieb im Hinterkopf aber immer unzufrieden, da ich mir mir sicher war, dass der Haarausfall ja irgendetwas zu bedeuten hatte… ich hätte vielleicht auf mein Bauchgefühl hören sollen… aber manchmal hört man halt nicht auf seine Intuition…

Nach ca. 2 Jahren zogen Paul und ich in einen anderen Stadtteil. Somit konnten wir auch nicht mehr zum bisherigen Tierarzt gehen. Ich fand relativ schnell eine neue Tierärztin, die Paul wie den ersten Tierarzt, abgöttisch liebt. Bei unserem ersten Antrittsbesuchs bei der neuen Tierärztin sprach sie mich sofort auf die kahlen Stellen im Fell an, und was der vorherige Tierarzt dazu gesagt hätte. Ich erzählte der Tierärztin dann Pauls bisherigen „Krankheitsverlauf“ und nach der ausführlichen Erzählung riet sie mir zur Entnahme einer Haarprobe. So könne man recht schnell erfahren, was dem Hund fehle.

Nach zwei Tagen bekam ich von der Tierärztin einen Anruf, in dem sie mich bat, mit Paul nochmals zu ihr zu kommen, da sie bei der Haarprobe festgestellt hatte, dass Paul positiv auf Pestizide und allergisch auf Bestandtteile von bestimmten Futtermitteln reagieren würde. Nach einem weiteren Bluttest kam dann heraus, dass Paul tatsächlich Pestizide im Blut hatte; er reagiert zudem allergisch auf gewisse Bestandteile handelsüblichen Hundefutters.

Ausgestattet mit einer Liste an Bestandteilen, auf die Paul allergisch reagierte, prüfte ich zu Hause die bisher verfütterten Nassfutter-Sorten und Hundeleckerlis. Wie die Tierärztin mir bereits erklärt hatte, stellte ich daheim mit Entsetzen fest, dass alle Hunderfutter-Herstellter nicht dazu verpflichtet sind auf ihrer Verpackungen zu schreiben, welche Zutaten in ihrem Hundefutter enthalten sind. So sei es für Normalsterbliche sehr schwierig nachzuvollziehen, um was es sich bei den grob formulierten Bestandteile des Hundefutters handele.

Etwas ratlos, was ich nun füttern sollte, fragte ich bei der Tierärztin nach, was ich Paul nun füttern könne. Sie riet mir, dass das Barfen wohl die Beste Lösung für Paul sei. Mit dem Barfen könne man selber bestimmen, was man dem Hund zum Fressen gibt, und selber auch darauf achten, wenn man gewisse Komponenten nicht verwenden darf, wie bei Paul.
Am gleichen Abend bestellte ich mir über Internet 2 Bücher über das Barfen von Hunden und las diese innerhalb von kürzester Zeit durch.
Nach 2 Tagen informativem Anlesen über´s Barfen waren meine anfänglichen Bedenken wie weggewischt und ich war vollauf begeistert. Ich kaufte die ersten Tiefkühlfleischpackungen aus dem Tierbedarf und stellte Paul innerhalb von 3 Tagen komplett auf´s Barfen um.

Ich deckte mich innerhalb der ersten Woche erfolgreichen Barfen´s nochmals aus dem Reformhaus bzw. einem Barf-Shop mit den Pülverchen (z. B. Bierhefe, Spirulina, Heilerde oder Hagebutten-Pulver) ein, die zum Fleisch/Gemüse/Obst dazu gegeben werden sollten, und seitdem habe ich immer wieder neue Dinge ausprobiert. Sei es nun im Probieren der verschiedenen Ölsorten, von verschiedenstem Gemüse oder Obst, oder Fleisch.

In Sachen Leckerlis bin ich dazu übergegangen entweder selber Hundekekse zu backen, oder getrocknetes Fleisch im Hundebedarfsladen zu kaufen. Denn ganz ohne Leckerlis geht´s auch bei meinem Wauzi nicht.

Seit ca. 4 Monaten wird Paul nun gebarft, und nach einem weiteren Bluttest hat die Tierärztin festgestellt, dass Paul keinerlei Allergien mehr zeigt.
Paul´s Haut ist viel besser geworden, und die Haare wachsen an den oben benannten Stellen auch wieder nach. Der Haarwuchs dauert zwar immer etwas länger, aber man sieht wirkliche Verbesserungen. Mein kleiner Nacktmulch bekommt endlich Haare….
Paul hat auch etwas zugenommen. War er vor der Futterumstellung eher etwas zu dünn, hat er nun etwas mehr auf den Rippen. Er ist aber trotz der Gewichtszunahme viel agiler, hat nur noch selten Mundgeruch, und die entweichenden Gase stinken auch nicht mehr ganz so heftig. Nur muss er in regelmäßigeren Abständen eine Wurmkur schlucken.

Auch meine anfänglichen Bedenken, dasy das Barfen sehr teuer werden könnte kann ich nicht bestätigen. Das Tiefkühlfleich kostet nicht viel, und wenn man sich einmal mit allen Pülverchen eingedeckt hat, halten diese wirklich lange, da man ja jeden Tag nur sehr wenig braucht. Gemüse oder Obst hat man ja eigentlich immer im Haus, und Bioabfälle, die man eigentlich wegschmeißen würde (z. B. Eierschalen, oder reifes Obst, das man selber nicht mehr essen würde) können dem Hund verfüttert werden. So bekommt der Hund die Mineralien oder Vitamine die er braucht.

Also, falls ihr, nachdem ihr meinen Blog gelesen habt, Lust bekommen habt Eurem Hund was Gutes zu tun (da er vielleicht auch ähnliche Symptome hat), dann lest Euch genauso ein wie ich, und seid erstaunt, wie dankbar Euer Schatz Euch sein wird.

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